Depressiv

Ich verliere den Verstand. Mein Kopf scheint zu explodieren. Ich bekomme kaum Schlaf ab in der Nacht. Ich wache jede Stunde auf oder schlafe mal zwei bis drei Stunden. Ich kämpfe am Tage gegen die Müdigkeit an. Lege mich einmal hin und schon darf ich mir anhören das ich faul bin. Ich habe keine große Lust. Weder auf Arbeit noch auf Schule noch auf Fahrschule. Auf nichts. Ich bin ausgelaugt. Ich bin müde. Ich kann nicht mehr. Ich Male mir die verschiedensten Arten aus wie ich mich umbringen kann.  Meine Träume mutieren zu Albträumen. Meine Gedanken begehen mord. Ich bin nicht mehr ich. Ich bin habe Angst verletzt zu werden und Lüge Menschen die mir wichtig sind an. Es ist wie ein Schutzreflex. Ich kann nichts dagegen machen. Immer wieder aufs neue erwische ich mich dabei. Immer wieder aufs neue tue ich es und denke mir dann Nachhinein warum zum Teufel habe ich es gemacht. Selbstzweifel habe ich ununterbrochen und bin deshalb schüchtern. Ich denke ich bin fett und die Hässlichkeit ist mir ins Gesicht geschrieben. Er verstecke meine Augen oder denke den Kopf wenn mir jemand entgegen kommt, damit er dieses hässliche etwas nicht ansieht. Ich fühle mich leer. Nichts macht mir mehr wirklich Spaß. Nicht mal das schreiben. Es geht nun schon seit längerer Zeit so doch jetzt wird es am schlimmsten. Jetzt wird es unerträglich. 

#Hospital: Gedanken 

Das ist wohl nicht das erste mal das ich einem Krebskrankenpatienten begegne. Doch heute war mir etwas aufgefallen. Der Mann, welcher unbeweglich in seinem Bett lag und vor sich hin starrte, hatte leere Augen. Er war dauerschmerz Patient. Metastasen hatte er schon überall im Körper. Heißt das es schon zu spät war ihn irgendwie zu retten. Das einzige was ihm das ganze leichter machte war die Schmerzpumpe. Sein Blick starr auf die Wand gerichtet schaute er mit leerem Blick an die Wand und lauschte vermutlich der Musik. Ein grässliches Gefühl musste es sein unbeweglich im Bett zu liegen und praktisch auf seinen Tod zu warten. Er wusste genau das er es nicht mehr lange überleben wird. Allein schon die Vorstellung machte mich traurig. Immer wieder wenn ich rein kam versuchte ich mich mit ihm ein wenig zu unterhalten selbst wenn er dann zickig und unfreundlich wurde, ich denke jedoch ich würde genauso in so einer Sitaution handeln. Doch es war nicht immer so. Einige Male hatte er besonders gute Laune und er erzählte mir alles mögliche. Er fragte mich aus ob ich den Nintendo DS kennen würde oder auch das alte Nokia. Ich bin praktisch mit diesem alten Monster aufgewachsen. Er erzählte mir das er Architekt sei und deshalb verstand ich dann auch weshalb alles auf seinem Nachttisch seinen Platz hatte. Er mochte das akkurate und konnte es nicht leiden wenn irgendetwas nicht richtig war. Er hatte irgendwie etwas von einem Lehrer. Dieses belehrende. Sagt man doch dazu wenn jemand immer irgendjemanden etwas beibringen möchte. Oder? 

Naja und obwohl er doch so schwierig war tat er mir leid und ich war doch irgendwie immer gerne in sein Zimmer gegangen obwohl ich wusste das er vermutlich nicht besonders gut drauf war. Das traurige an der ganzen Geschichte ist das ein so junger Mann wie er schon so sehr leiden muss. Manchmal ist Gott nicht fair. 

14

Der 14. Mai. Heute vor 17 Jahren hatte ich den ersten Atemzug auf dieser Welt gemacht. 

Ich sitze hier gerade in diesem Mongolischen Restaurant und denke nach. Ich bin umgeben von ruhiger mongolischer Musik. Ein Aquarium welches vor mir ist, da schwimm munter die Fischlein umher. 

Was habe ich in diesen 17 Jahren erreicht? Nichts. Wirklich nichts. Habe ich ich erreicht. Die Schule die ich nur so durch Glück geschafft hatte, die Fahrschule zu der ich nicht gehe, da ich zu müde bin, einen Freund habe ich auch nicht. Super. Allein und depressiv is die beste Kombination. Ich muss mich zusammen reißen. Ich muss mich jetzt in die Hand nehmen. Ich muss einfach wieder so sein wie ich es mal war. Selbstbewusst und Pflichtbewusst. 

#Hospital: Blaue Augen 

Wie jeden Mittag bin ich heute in das Zimmer der Patientin gegangen um ihr das Mittagessen anzureichen. Ich drückte also die Türklinke runter und trat in das zu warme Zimmer. Hinter mir schloss ich die Tür und drückte auf das grüne Lämpchen, damit die anderen wussten wo ich war. Ich ging jetzt auf das Bett, welches am Fenster stand, zu und stand nun neben dem Nachttisch, auf dem das Tablett stand. Ich nahm den Deckel ab und legte ihn zur Seite, dann schnappte ich mir den Löffel und sagte ihr das sie den Mund auf machen sollte. Sie war blind. Komplett blind. Ihre schönen blauen Augen, die dem Himmelblau ähnelten starrten starr an die Decke ohne jegliche Emotion. Sie schauten einfach glasig diese weiße Decke an. Es muss wohl so unglaublich hart sein wenn man seinen Sehsinn verliert. Immer wieder reichte ich ihr einen Löffel an und sie aß immer wieder was davon. Was sie wohl dachte? Wenn Sie hier so den ganzen Tag im Bett lag und sich selber nicht bewegen konnte. Sie tat mir leid. Sie war eine hübsche ältere Dame. Sie war so freundlich, bedankte sich für alles und am liebsten hätte ich sie geknuddelt. Ich hatte so etwas wie eine Bindung zu ihr. Zu einigen Patienten kann man sehr gut eine Bindung aufbauen, doch zu anderen wiederum war es oft unmöglich eine Bindung, nicht einmal eine Bindung war erforderlich sondern eher eine ganz normales Verhältnis. Selbst das funktionierte bei denn meisten nicht bei allen. Verständlich man kann nicht mit allen Menschen gut auskommen. 

Doch zurück zum Thema. Die alte Dame tat mir leid. Obwohl ich vorhin so etwas wie Emotionslosigkeit erkannte, schaute ich ihr wieder in die Augen und erkannte so etwas wie Unzufriedenheit, Leid, Trauer. Natürlich waren diese Emotionen zu sehen, ich meine wie sollte sie sich denn sonst auch fühlen, wenn man förmlich ans Bett gefesselt ist. Da wir heute auch noch 27 Grad hatten und ich mir einen abschwitze konnte ich mir nicht vorstellen wie sie so den ganzen Tag im Bett lag. Ich meine sie musste wahrscheinlich noch mehr schwitzen als ich. 

Ich schweife schon wieder von meinem eigentlichen Thema ab. Was ich an sich damit sagen will: Die Augen sind das Fenster zur Seele, die Spiegeln die Person wieder die man ist und verrät einem was man fühlt. Augen sind wohl das schönste was es am Menschlichenkörper gibt. Deshalb bin ich immer so motiviert Augen zu zeichnen.  

Ein Leben lang dumm?

Wieder einmal hatte ich Streit mit meiner Mutter. Ich habe angefangen mit meinem Führerschein. Heute also hätte ich wieder einmal Unterricht gehabt, nur bin ich nicht gegangen, da ich übermorgen eine Klausur in Psychologie schreibe und ich die echt nicht verhauen darf, außerdem muss ich an meiner Hausarbeit arbeiten, denn die muss ich auch in zwei Wochen abgeben. Ich hatte mich entschieden also lieber was für die Schule zu tun heute. 

Doch habe ich mich mit meiner Mutter wieder einmal in die Haare bekommen. Immer wieder aufs neue darf ich mir anhören wie schlau meine Schwester ist und mein Bruder. Von meiner Familie bekam ich immer ein Standpauke wie schlau meine Cousine doch ist und ich nicht nur weil ich Realschülerin war. Ständig hatte ich diese Probleme. Ständig wollte ich meine Eltern glücklich machen indem ich gute Noten nach Hause bringen wollte, doch das scheiterte oft, weil ich leise war und bei meinen Lehrern schlechte Karten hatte. Mich mochten meine Lehrer zwar, jedoch hatten sie mich immer auf dem Kicker, weil ich zu schüchtern war. Ich versuche mich so extrem an zu strengen und gute Noten nach Hause mit zu bringen, das ist auch ein Grund  mit weshalb ich Ärztin werden will. Ich will das meine Eltern einmal in meinem Leben auf mich stolz sein können und auch mal zu anderen sagen können das ich auch was im Köpfchen habe. 

Doch obwohl meine Mutter mich eigentlich immer versteht, versteht sie das gerade eben nicht. 

Stress 

Heute also hatte ich einen echt stressigen Tag. Letzte Woche als ich auf den Dienstplan geschaut hatte, war ich für die ganze Woche mit Spätdienst eingetragen. Als ich dann gestern also auf meinem Bett lag und meine Lieblingsserie schaute kam der Anruf. Ich sollte heute Frühdienst übernehmen. Toll ich hatte mir letzte Woche für heute einen Zahnarzt Termin gemacht. 

Wie eine wilde war ich heute zum Arzt gelaufen und von dort sofort zur Arbeit. Ich dachte wenigstens da geht es ruhig zu. Falsch gedacht. Ich hetzte mich von A nach B und schwitzte mir sowas von einen ab. 25 Grad. Ich im Kasack. Auf der Station 5 ganz oben und dann noch Stress pur. 

Fix und fertig bin ich dann nach Hause gekommen und habe mich erstmal unter die Dusche gestellt. Die Tat echt gut nach so einem Tag. Naja. Gleich geht es nur noch ab ins Bett. Denn ich bin sau müde.