#Hospital: Blaue Augen 

Wie jeden Mittag bin ich heute in das Zimmer der Patientin gegangen um ihr das Mittagessen anzureichen. Ich drückte also die Türklinke runter und trat in das zu warme Zimmer. Hinter mir schloss ich die Tür und drückte auf das grüne Lämpchen, damit die anderen wussten wo ich war. Ich ging jetzt auf das Bett, welches am Fenster stand, zu und stand nun neben dem Nachttisch, auf dem das Tablett stand. Ich nahm den Deckel ab und legte ihn zur Seite, dann schnappte ich mir den Löffel und sagte ihr das sie den Mund auf machen sollte. Sie war blind. Komplett blind. Ihre schönen blauen Augen, die dem Himmelblau ähnelten starrten starr an die Decke ohne jegliche Emotion. Sie schauten einfach glasig diese weiße Decke an. Es muss wohl so unglaublich hart sein wenn man seinen Sehsinn verliert. Immer wieder reichte ich ihr einen Löffel an und sie aß immer wieder was davon. Was sie wohl dachte? Wenn Sie hier so den ganzen Tag im Bett lag und sich selber nicht bewegen konnte. Sie tat mir leid. Sie war eine hübsche ältere Dame. Sie war so freundlich, bedankte sich für alles und am liebsten hätte ich sie geknuddelt. Ich hatte so etwas wie eine Bindung zu ihr. Zu einigen Patienten kann man sehr gut eine Bindung aufbauen, doch zu anderen wiederum war es oft unmöglich eine Bindung, nicht einmal eine Bindung war erforderlich sondern eher eine ganz normales Verhältnis. Selbst das funktionierte bei denn meisten nicht bei allen. Verständlich man kann nicht mit allen Menschen gut auskommen. 

Doch zurück zum Thema. Die alte Dame tat mir leid. Obwohl ich vorhin so etwas wie Emotionslosigkeit erkannte, schaute ich ihr wieder in die Augen und erkannte so etwas wie Unzufriedenheit, Leid, Trauer. Natürlich waren diese Emotionen zu sehen, ich meine wie sollte sie sich denn sonst auch fühlen, wenn man förmlich ans Bett gefesselt ist. Da wir heute auch noch 27 Grad hatten und ich mir einen abschwitze konnte ich mir nicht vorstellen wie sie so den ganzen Tag im Bett lag. Ich meine sie musste wahrscheinlich noch mehr schwitzen als ich. 

Ich schweife schon wieder von meinem eigentlichen Thema ab. Was ich an sich damit sagen will: Die Augen sind das Fenster zur Seele, die Spiegeln die Person wieder die man ist und verrät einem was man fühlt. Augen sind wohl das schönste was es am Menschlichenkörper gibt. Deshalb bin ich immer so motiviert Augen zu zeichnen.  

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